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Tag 13: Schnaps und Vögel

Geschrieben von am 9. August 2010

In Bundaberg fuhren wir morgens in die Stadt, suchten das Tourismusbüro auf und holten Informationen ein. Dort erfuhr ich dann auch, dass es scheinbar einen beliebten Rum gab, der aus dieser Stadt kommt und der einen Eisbären als Maskottchen hat. Die Schnapsbrennerei konnte man jedenfalls besichtigen. Wir machten uns jedoch zunächst auf die Suche nach einem Laden, der Nicks portablen Lautsprecher reparieren könnte (denn ein solches Wunderwerk der Technik findet man in Australien nicht und das blöde Teil hatte einen nervigen Wackelkontakt). Wir fanden schließlich auch einen und begaben uns danach zur Bundaberg Destillerie.

Die Führung dort kostete uns stolze 25 AUD, aber hauptsächlich die kostenlosen Proben am Ende bewogen uns dazu, dann doch ein wenig Geld auszugeben. Die Führung durch die verschiedenen Anlagen war sehr interessant und beeindruckend. Immerhin lagern sie in einem gigantischen Becken mehrere Millionen Liter Zuckerrohrsirup und in Eichenfässern den fertigen Rum. Und das ebenfalls in einer unglaublichen Menge. Angesichts der vielen Millionen Euro, die in flüssiger Form dort aufbewahrt werden, verwundert auch der Elektrozaun und die scharfen Sicherheitsvorkehrungen wenig. Außerdem mussten wir alle elektronischen Geräte am Anfang zurücklassen, daher gibt es auch keine Fotos. Denn die armen Schnapsbrenner haben Angst, dass ihnen durch einen Funken der ganze Alkohol um die Ohren fliegen könnte. Das ist auch schonmal passiert, denn die gesamte Fabrik ist im Jahr 1936 komplett abgebrannt und die Feuerwehr konnte nur tatenlos zusehen (denn damals waren die Sicherheitsvorkehrungen recht lasch und es gab nicht genug Wasser zum Löschen, also ist der ganze relativ offen herum schwimmende Alkohol abgebrannt. Sehr beeindruckend war die Abfüllanlage, denn ich finde solche Roboterstraßen irgendwie immer spannend...

Die Krönung waren dann die anschließenden Schnapsproben, die auf jeden Fall bestätigt haben, dass Bundaberg ein guter Rum ist. Und interessante Kombinationen haben sie auch: Mit Ginger Ale und verschiedenen Limonaden, mit Kaffee, Schokolade und Karamell. Wir hätten auch eine Menge Spezial-Editionen kaufen können, aber da wir beide ziemlich arm waren und Alkohol in Australien immer so teuer ist (die Flaschen kosteten so etwa 50 Dollar pro Liter), mussten wir an dieser Stelle passen.

Also fuhren wir zurück in die Stadt, ich ing ein wenig shoppen und erstand ein Buschmesser, damit ich in Zukunft besser Nutella-Brote schmieren und mich angreifender Krokodile erwehren kann (hauptsächlich aber für ersteren Zweck). Danach suchte ich einen etwas altmodischen Barbier auf, um mir eine neue Frisur verpassen zu lassen („Der Kochtopf“), die ihr an der Seite bewundern könnt.

Nach unserer Wiedervereinigung machten wir uns dann mit dem Auto auf den Weg nach 1770. Für alle, die nun glauben, unsere Karre wäre eine Art zeitreisende Telefonzelle in Autoform, muss ich leider die enttäuschende Nachricht bringen, dass dem nicht so ist. Vielmehr wird der geneigte Leser nach einem Blick auf die australische Karte feststellen, dass es sich dabei um einen Ort handelt. Nämlich um den Landepunkt des Kapitäns Cook, der hier bei seiner Entdeckung Australiens gelandet ist (erstaunlicherweise im Jahr 1770, Zufälle gibt’s...).

Wir wurden von einem ohrenbetäubenden Chor Papageien begrüßt, die genau an diesem Punkt sämtliche Bäume zu hunderten bevölkerten und einen Mordlärm veranstalteten. Stellt euch etwa das Geschrei einer hungrigen Meute von Babys vor und multipliziert das mit der Anzahl der Bäume, dann habt ihr ungefähr die richtige Stimmung erfasst. Ich habe noch nie so einen Haufen von Vögeln auf einem Fleck gesehen und auch noch nie ein solches A-Capella-Heavy-Metal-Gekreische gehört. Unser Auto sah jedenfalls aus wie ein modernes Kunstwerk aus Blättern und Vogelscheisse als wir wieder aufbrachen, denn wir hatten den Fehler gemacht, unter einem Baum zu parken.

Weiter ging es in Richtung Rockhampton, dem Beef Capital Australiens (auch wenn wir zu geizig für ein zünftiges Steak sind). Da es schon recht spät und die Entfernung groß war, stoppten wir auf einer Raststätte und bereiteten Fertig-Nudeln mit Fertig-Soße zu. Nick quatschte sich mit einem Kroaten in der Bar fest, der ihm aber immerhin einen Drink ausgab und der viel seltsames Zeug von sich gab. Mit leckerem Pasta im Magen kuschelten wir uns dann auf die ergonomisch geformten Autositze und schliefen den Schlaf der Vollgefressenen.

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